vtw zur Grundsteuer: mit Öffnungsklausel kann Landesregierung für bezahlbares Wohnen sorgen

Grundsteuer steigt auf jeden Fall +++ Wertmodell treibt Mieten in den Städten +++ Landesregierung kann per Öffnungsklausel für Gerechtigkeit sorgen

Erfurt. Die Berliner Regierungskoalition hat sich auf einen Grundsteuerkompromiss verständigt. Die Grundsteuer soll demnach wertbasiert berechnet werden. Jedes Bundesland kann jedoch per Öffnungsklausel entscheiden, ob es diesem Vorschlag folgt, oder eher eine lageabhängige Bewertungsbasis für die Errechnung der Grundsteuer nutzt.

Frank Emrich, Verbandsdirektor des vtw fasst für Thüringen zusammen: „Eine Ermittlung der Grundsteuer auf Basis der Bodenrichtwerte und Nettokaltmieten (wertabhängige Ermittlung) führt zur Verteuerung des Wohnens in ohnehin schon teuren Lagen. Besonderes die Mieter in den Thüringer Städten würden so eine noch höhere Miete bezahlen.“

Bei einem wertbasierten Modell würden insbesondere Mieter in Vorwende-Neubauten massiv belastet. Diese werden zurzeit noch unter dem Einheitswert bemessen, außerdem würden die Grundsteuerberechnung auf der Basis höherer Durchschnittsmieten in den Kommunen berechnet.

Frank Emrich betont: „Bei der Grundsteuer kann die Landesregierung zeigen, wie ernst es ihr mit bezahlbarem Wohnen ist. Thüringen muss die Öffnungsklausel nutzen, um eine flächenbezogene Grundsteuerermittlung umzusetzen. Regionale Unterschiede können mit dem Instrument der kommunalen Hebesätze ausgeglichen werden.“ Hebesatz bedeutet – jede Kommune kann wie bisher das grundsätzlich ermittelte Niveau der Grundsteuer noch mit einem individuellen Satz multiplizieren.

Zudem wird in den neuen Bundesländern trotz angestrebter Aufkommensneutralität der Grundsteuerreform (die Kommunen sollen nicht weniger, aber auch nicht mehr einnehmen) auf jeden Fall eine Verteuerung erwartet. Die bisherigen Bemessungsgrundlagen im Osten bilden Einheitswerte aus dem Jahr 1935, im Westen wird mit Werten von 1964 gearbeitet.

Der vtw fordert daher auch von den Kommunen Augenmaß. „Die Politiker jeder einzelnen Kommune haben die Kostensteigerung in der Hand. Sie entscheiden über die Hebesätze mit, ob sich Wohnen verteuert oder nicht“ mahnt Frank Emrich an.

Im Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V. (vtw) haben sich 213 Mitgliedsunternehmen, darunter 175 Wohnungsunternehmen, zusammengeschlossen. Nahezu jeder zweite Mieter in Thüringen wohnt bei einem Mitgliedsunternehmen des vtw. Seit 1990 investierten vtw-Mitglieder fast 13 Milliarden Euro überwiegend in den Wohnungsbestand. Gemeinsam bewirtschaften sie 265.200 Wohnungen und sicherten  im Jahr 2018 mehr als 3.300 Arbeitsplätze.

Ansprechpartner:

Rebecca Brady
Referentin für Öffentlichkeitsarbeit

Mobil: 0172-2907895
E-Mail: Rebecca.Brady@vtw.de

vtw fordert von Parteien: Wahlkampf mit Wohnungsfragen darf den sozialen Frieden nicht gefährden

Fakten statt Wohnungspopulismus +++ Wohnungsgesellschaft jenawohnen und gesamte Thüringer Wohnungswirtschaft werden diskreditiert

Erfurt. Der Verbandsdirektor des vtw Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V. Frank Emrich ist besorgt: „Wir haben vor dem Wahlkampf noch einmal unterstrichen und belegt, wie wichtig gerade kommunale Wohnungsunternehmen und Genossenschaften für die Thüringer Mieter sind. Wir bieten bezahlbaren Wohnraum für jeden Thüringer und übernehmen zahlreiche soziale Aufgaben. Wir lassen uns und unsere Unternehmen nicht diskreditieren.“

Umso irritierter sieht der Verband aktuell nach Jena. Frank Emrich unterstreicht: „Ein Unternehmen wie jenawohnen hält 12.500 bezahlbare Wohnungen (davon 90 Prozent unterhalb der sog. KdU-Sätze) und vermietet 600 Wohnungen an Geflüchtete. Seine Durchschnittsmieten zählen zu den niedrigsten der Stadt. Ein kommunales Unternehmen ‚enteignen‘ zu wollen, ist seltsam. Zumal dieses Unternehmen darüber hinaus noch als Sozialrendite für alle Jenaer Einwohner den ÖPNV oder öffentliche Einrichtungen mitfinanziert.“

Wenn ein bereits kommunales Unternehmen jenawohnen mit seinen kommunalen Gesellschaftern Stadtwerke Energie Jena-Pößneck GmbH und Kommunale Immobilien Jena „rekommunalisiert“ werden soll, macht das wenig Sinn. Frank Emrich betont: „Entweder wird hier komplette Ahnungslosigkeit in den Wahlkampf getragen, oder es wird bewusst mit falschen Informationen gearbeitet. Dies ist dann nichts anderes als Wohnungspopulismus. Dass dabei eine aggressive Stimmung mit unabsehbaren Folgen in der Stadt entsteht, wird billigend in Kauf genommen.“

Der Verband hofft, dass seitens der Parteispitzen in Thüringen mäßigend auf die Protagonisten vor Ort eingewirkt wird. „Wir können nicht zulassen, dass die Kommunal- und Landtagswahlen zu einer gesellschaftlichen Zerreißprobe werden“ so Verbandsdirektor Emrich.

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Falsche Diagnose – falsche Therapie: Landeswohnungsgesellschaft als Placebo und Wahlkampfmanöver

+++ haltlose Anschuldigungen an kommunale Wohnungsunternehmen +++ Warnung vor Wohnungspopulismus +++

Erfurt. Als einen unverständlichen Angriff auf die Arbeit kommunaler Wohnungsgesellschaften bezeichnet der vtw Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V. die jüngsten Äußerungen aus dem TMIL Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft.
Verbandsdirektor Frank Emrich: „Mich irritieren die Äußerungen von Ministerin Keller sehr. Der Vorwurf, die kommunalen Wohnungsgesellschaften zögen sich aus dem unteren Mietpreissegment zurück, ist vollkommen absurd und faktenwidrig.“  

Die Durchschnittsmieten der kommunalen Wohnungsgesellschaften liegen i.d.R. unterhalb der Sätze, die Kommunen für bedürftige Personen übernehmen. Kommunale Wohnungsgesellschaften erfüllen zudem mittlerweile notgedrungen viele Landes- und kommunale Aufgaben – insb. bei der Betreuung älterer Menschen und der Integration von Flüchtlingen.  

Wie weit sich das Ministerium mittlerweile von der Realität entfernt hat, zeigt auch der zweite haltlose Vorwurf an die Gemeinden und Kommunen. So behauptet das Bauministerium, kommunale Wohnungsgesellschaften können keinen neue Wohnungen bauen, weil ihnen durch die Kommunen die nötigen Mittel durch Gewinnabführung entzogen würden.  

Frank Emrich betont: „Diese Behauptung ist schlichtweg falsch. Nur wenige Unternehmen führen an die Kommunen Gelder ab – und diese fließen sofort wieder in kommunale Projekte wie Schulneubau oder soziale Infrastruktur. Und dort wo die Wohnungsmärkte tatsächlich die Bereitstellung von leistbaren Wohnraum erfordern, stellen Genossenschaften und kommunale Unternehmen diesen durch Neubau und Bestandsmodernisierung zur
Verfügung. Hier empfiehlt sich die genaue Lektüre des hauseigenen Wohnungs- marktberichtes.“

Nachdem nun im konstruktiven Dialog bedarfsgerechte Förderprogramme aufgelegt wurden, können die Wohnungsunternehmen endlich die benötigte Förderung in Anspruch nehmen. Die bereitstehenden (und für eine staatliche Wohnungsgesellschaft ins Spiel gebrachten) 200 Mio. Euro Fördermittel werden für die in 2018 und 2019 gestellten und zugesagten bzw. geplanten Fördermittelanträge benötigt. Darüber hinaus sind für den anstehenden
Sanierungszyklus im Bestand hohe Mittel erforderlich, um bezahlbares Wohnen und die politisch geforderten Klimaziele zu vereinbaren.

Frank Emrich betont: „Wir können uns die Idee einer staatlichen Wohnungsgesellschaft und die Attacken auf die Kommunen nur im Zuge des beginnenden Wahlkampfes erklären. Die Nutznießer einer solchen Politik wären vor allem die Wähler in den Städten, die Thüringer im ländlichen Raum geraten immer weiter aus dem Fokus.“  

Der vtw warnt eindringlich davor, das wichtige Thema Wohnen mit populistischen Thesen als Wahlkampfmunition zu missbrauchen. „Hier wird eine dringend benötigte produktive Atmosphäre der Zusammenarbeit und des Vertrauens zwischen Wohnungswirtschaft und Politik in Frage gestellt. Die Herausforderungen beim Wohnen und im ländlichen Raum können nur gemeinsam gelöst werden.“  

Im Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V. (vtw) haben sich 215 Mitgliedsunternehmen, darunter 172 Wohnungsunternehmen, zusammengeschlossen. Gemeinsam bewirtschaften sie 265.500 Wohnungen. Mit 250.400 Wohnungen handelt es sich dabei fast ausschließlich um eigenen Bestand der Unternehmen. Rund 15.100 Wohnungen werden für Dritte, teils in der Wohneigentumsverwaltung, betreut. Nahezu jeder zweite Mieter wohnt bei einem Mitgliedsunternehmen des vtw. Seit 1991 investierten vtw-Mitglieder mehr als zwölf Milliarden Euro überwiegend in den Wohnungsbestand. 2017 sicherten die vtw-Mitglieder mehr als 6.500 Arbeitsplätze.

vtw unterstützt Rückkauf von Wohnungsgesellschaft durch die Stadt Gera

vtw unterstützt Rückkauf von Wohnungsgesellschaft durch die Stadt Gera

Kommunen brauchen Steuerungsinstrument auf Wohnungsmarkt +++ Engagement des Landes Thüringen sinnvoll

Erfurt/Gera. Der vtw Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V. unterstützt die Pläne der Stadt Gera für einen Anteilsrückkauf der GWB Elstertal Geraer Wohnungsbaugesellschaft mbH. Verbandsdirektor Frank Emrich betont: „Alle Erfahrungen in Deutschland zeigen, dass eine Stadt wie Gera gut beraten ist, über eine eigene Wohnungsgesellschaft zu verfügen. Nur ein kommunales Wohnungsunternehmen bietet ausreichend Gestaltungsmöglichkeiten, um die sozialen Aufgaben einer Kommune am Wohnungsmarkt erfüllen zu können.“

Ebenso positiv wertet der vtw das Engagement des Freistaates Thüringen in diesem Prozess. Frank Emrich weiter: „Wir halten die Unterstützung des Landes für einen sinnvollen Mitteleinsatz. Natürlich muss die Stadt Gera eine möglichst zügige Rückführung der finanziellen Unterstützung gewährleisten.“  

Im Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V. (vtw) haben sich 215 Mitgliedsunternehmen, darunter 172 Wohnungsunternehmen, zusammengeschlossen. Gemeinsam bewirtschaften sie 265.500 Wohnungen. Mit
250.400 Wohnungen handelt es sich dabei fast ausschließlich um eigenen Bestand der Unternehmen. Rund 15.100 Wohnungen werden für Dritte, teils in der Wohneigentumsverwaltung, betreut. Nahezu jeder zweite Mieter wohnt bei einem Mitgliedsunternehmen des vtw. Seit 1991 investierten vtw-Mitglieder mehr als zwölf Milliarden Euro überwiegend in den Wohnungsbestand. 2017 sicherten die vtw-Mitglieder mehr als 6.500 Arbeitsplätze.  

 

vtw zum Wohnungsmarktbericht: Mieten in ganz Thüringen bezahlbar – Landflucht bedroht die Stabilität

vtw fordert Konzentration auf Stabilisierung des ländlichen Raumes +++ Thüringens Wohnungsmarkt ist ausgeglichen +++ Neubau nur mit Augenmaß

Erfurt. Der aktuelle Wohnungsmarktbericht des Freistaates Thüringen bestätigt zwei grundlegende Analysen des vtw für den Thüringer Wohnungsmarkt. Zum einen der ungebremste Trend des Bevölkerungsrückgangs auf dem Land begleitet von Bevölkerungszuwachs in Erfurt, Jena und Weimar. Zum anderen die flächendeckende Bezahlbarkeit von Wohnraum in ganz Thüringen inklusive seiner Großstädte.

Der Bericht verweist auf die wirklichen Aufgaben, vor denen Politik und Wohnungswirtschaft stehen. Frank Emrich betont: „Der Wohnungsmarktbericht zeigt, dass es überall in Thüringen bezahlbaren Wohnraum gibt, das gilt auch und gerade für Erfurt, Jena und Weimar. Deshalb muss unser Hauptaugenmerk auf die Stärkung des ländlichen Raumes gerichtet sein. Hier liegt der Schlüssel für die regionale und politische Stabilität im Land – und dem Schutz der Städte vor Überlastung.“

So übersteigt laut Wohnungsmarktbericht selbst in Jena die Mietbelastungsquote der Bevölkerung nicht die kritische 30%-Marke. Der vtw unterstützt deshalb auch die Berichtsempfehlung nach genauer Datenerhebung in den Kommunen. So würde verständlich werden, dass auch Märkte bei 2-3% Leerstand völlig funktionsfähig sind, wenn bei einer Fluktuationsrate von 10% jede zehnte Wohnung einer Stadt jährlich auf den Mietmarkt angeboten wird.

Der Wohnungsmarktbericht zeigt in seiner Datenerhebung sowie in der verbalen Einschätzung, dass wegen der vorhandenen niedrigen bzw. bezahlbaren Mieten auch in den Städten Mietpreisbremsen oder Kappungsgrenzen keine Wirkung entfalten können, da sie schlicht nicht notwendig sind.

Die Höhe von Mietpreisen spiegelt ausnahmslos eine bestehende Nachfragesituation. Sie kann nur über zusätzliches Wohnungsangebot oder Nachfragesteuerung – z.B. stärkere Attraktivität des ländlichen Raumes – gesteuert werden. Mietpreisbremsen oder Kappungsgrenzen scheitern, weil Sie die Nachfrage eher verstärken und keine einzige Wohnung neu entstehen lassen. Positiv wertet der Wohnungsverband deshalb den Hinweis auf die kommunalen Stellschrauben zu Eindämmung von Wohnungsbaukosten, die die Mieten verteuern.

Frank Emrich unterstreicht: „Der Marktbericht dokumentiert vor allem die anhaltende Abwanderung aus dem ländlichen Raum und macht deutlich, dass die bisherigen Strategien für die Stärkung des Thüringer Landes nicht greifen. Wir halten die empfohlenen Maßnahmen deshalb nicht für ausreichend. Eine Gesamtstrategie für die Stärkung des ländlichen Raumes ist erforderlicher denn je.“ Natürlich bedarf es dabei einer Heterogenität der Strategien. So benötigen Jena und Umland einen anderen Zugang als Suhl oder kleinere Gemeinden.

„Vor allem in Jena, Weimar und Erfurt sollte deshalb auch Neubau nur mit Augenmaß geschehen, um den Sog in die Städte nicht weiter zu erhöhen“ unterstreicht Frank Emrich.

Der vtw begrüßt die Empfehlung für verstärkten Dialog. Die intensive Abstimmung zwischen Wohnungswirtschaft und Landesregierung hat bereits jetzt zu guten Ergebnissen bei Förderung von barrierereduziertem Wohnraum oder sozialem Wohnungsbau geführt. Die Komplexität der anstehenden Aufgaben kann nur durch Zusammenwirken aller Akteure gelöst werden. Frank Emrich fasst zusammen: „Wir erhoffen uns von den klaren Daten ein Ende von Regulierungsdiskussionen, die vielleicht nach Berlin und München gehören. Wir bauen auf eine gemeinsame Anstrengung zur Stärkung des Thüringer Wohnungsmarktes.“

Im Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V. (vtw) haben sich 215 Mitgliedsunternehmen, darunter 172 Wohnungsunternehmen, zusammengeschlossen. Gemeinsam bewirtschaften sie 265.500 Wohnungen. Mit 250.400 Wohnungen handelt es sich dabei fast ausschließlich um eigenen Bestand der Unternehmen. Rund 15.100 Wohnungen werden für Dritte, teils in der Wohneigentumsverwaltung, betreut. Nahezu jeder zweite Mieter wohnt bei einem Mitgliedsunternehmen des vtw. Seit 1991 investierten vtw-Mitglieder mehr als zwölf Milliarden Euro überwiegend in den Wohnungsbestand. 2017 sicherten die vtw-Mitglieder mehr als 6.500 Arbeitsplätze.

vtw fordert Regionalisierung in der Thüringer Wohnungspolitik

vtw fordert Regionalisierung in der Thüringer Wohnungspolitik

die meisten Thüringer leben auf dem Land +++ ländlicher Raum gehört in den Fokus der Wohnungspolitik +++ Städte sind nicht Thüringens Problem +++ neuer Verbandsrat gewählt                                               

Erfurt/Friedrichroda. Der Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V. (vtw) fordert auf seinem Verbandstag eine Regionalisierung in der Thüringer Wohnungspolitik. Verbandsdirektor Frank Emrich betont: „Wir dürfen uns nicht länger an der bundesdeutschen Perspektive auf die Metropolen orientieren. 80 % unserer Mitgliedsunternehmen befinden sich in einer Gegend, die zumindest nach unserer Einschätzung als ländlicher Raum bezeichnet wird. Die Lebens- und Wohnbedürfnisse dort müssen stärker berücksichtigt werden. Wir benötigen aus wohnungs- und gesellschaftspolitischer Sicht einen massiven Fokus auf den ländlichen Raum.

Die Thüringer wohnen immer noch mehrheitlich auf dem Land. Die bisherige Landflucht ist vor allem der sinkenden Attraktivität des ländlichen Raumes geschuldet. Spiegelbildlich werden die Städte vermeintlich attraktiver – dadurch wächst der Druck auf die Wohnungsmärkte der Thüringer Städte. Frank Emrich unterstreicht: „Deshalb bedarf es einer grundlegen Politikänderung. Wir müssen den ländlichen Raum wieder aktiv stärken. Bisher reagieren wir faktisch auf Bevölkerungsrückgang mit Abbau von Angeboten, was zu weiterem Bevölkerungsrückgang und Abwanderung in die Städte führt.“

Zwar sind auch in Thüringen Wohnungsneubau und Angebotsmieten teurer geworden. Aber in den Thüringer Metropolen gibt es genügend bezahlbaren Wohnraum und bedarfsgerechte Neubauplanung. „Dies gilt aber nur für den Fall, wenn Thüringen den ländlichen Raum stabil hält und attraktiver macht“ betont Frank Emrich, „sonst setzt sich der Run auf die Städte fort und dann bekommen wir tatsächlich ein Wohnungsmarktproblem. Aktuelle Ereignisse zeigen zudem: Die Bedürfnisse einer Mehrheit von Thüringern müssen angemessen wahrgenommen werden, wenn wir die Erfolge unseres Landes nicht gefährden wollen.“ Der vtw begrüßt deshalb auch die für den 15. November geplante „Zukunftswerkstatt ländlicher Raum“ und kündigt gleichzeitig ein eigenes Strategiepapier an.

Im Rahmen des Verbandstages wählten die Mitglieder des vtw zudem turnusmäßig einen neuen Verbandsrat, das ehrenamtliche Führungsgremium des Verbandes. Zumr neuen Vorsitzenden wurde Silke Wuttke, Vorstand der WBG Zukunft eG aus Erfurt gewählt.

Der bisherige Vorsitzende des Verbandsrates, Friedrich Hermann (KoWo – Kommunale Wohnungs GmbH, Erfurt) sowie sein Stellvertreter, Verbandsratsmitglied Frank Brösicke (AWG Wohnungsbaugenossenschaft “Rennsteig” eG, Suhl), wurden verdienstvoll nach langjähriger Tätigkeit aus dem bisherigen Verbandsrat von Landtagspräsident Christian Carius verabschiedet. Sie erhielten zudem aus den Händen von Axel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e. V. die höchste Auszeichnung der Deutschen Wohnungswirtschaft.

Im Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V. (vtw) haben sich 215 Mitgliedsunternehmen, darunter 172 Wohnungsunternehmen, zusammengeschlossen. Gemeinsam bewirtschaften sie 265.500 Wohnungen. Mit 250.400 Wohnungen handelt es sich dabei fast ausschließlich um eigenen Bestand der Unternehmen. Rund 15.100 Wohnungen werden für Dritte, teils in der Wohneigentumsverwaltung, betreut. Nahezu jeder zweite Mieter wohnt bei einem Mitgliedsunternehmen des vtw. Seit 1991 investierten vtw-Mitglieder mehr als zwölf Milliarden Euro überwiegend in den Wohnungsbestand. 2017 sicherten die vtw-Mitglieder mehr als 6.500 Arbeitsplätze.

Mehr Raum für Miteinander – Wohnungswirtschaft setzt sich für mehr Toleranz und Vielfalt ein

Spitzenverband GdW ruft gemeinsam mit dem vtw Thüringen und allen Regionalverbänden zum Respekt demokratischer und gemeinschaftlicher Werte auf

Berlin / Erfurt. „Deutschland wird nur ein lebenswertes und erfolgreiches Land bleiben, wenn wir uns alle gemeinsam und mit voller Kraft für mehr Toleranz, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie einsetzen. Wir, die Wohnungswirtschaft, leben und fördern die Werte von Respekt und Vielfalt seit jeher in unseren Wohnquartieren und Nachbarschaften vor Ort. Deshalb lautet unser Aufruf heute: Mehr Raum für Miteinander!“ Das erklärte Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, anlässlich eines bundesweiten Appells gemeinsam mit den Mitgliedsverbänden. Es gelte, gemeinsam mit starker Stimme gegen Tendenzen und Auswüchse von Intoleranz, Respektlosigkeit, Schwarz-Weiß-Denken, Extremismus und Hass in jeder Form anzusprechen und vorzugehen.

„Toleranz und Akzeptanz müssen die stabile Basis eines guten Miteinanders in unserer Gesellschaft sein. Für die Wohnungswirtschaft, die für viele Menschen sprichwörtlich die erste Adresse in Deutschlands Wohnquartieren ist, haben offene und vielfältige Nachbarschaften eine herausragende Bedeutung“, so der GdW-Chef weiter.

Die Wohnungsunternehmen in ganz Deutschland sind seit jeher mit engagierten Quartiersmanagern sowie unzähligen sozialen Initiativen, Vereinen und Projekten vor Ort in den Wohnvierteln aktiv. Dazu zählen beispielsweise Nachbarschaftstreffs, Kinderbetreuung, Jugendgruppen, Freizeitaktivitäten für ältere als auch Unterstützung für sozial benachteiligte Menschen – und vieles mehr. Die Wohnungswirtschaft nimmt so traditionell große gesellschaftliche Verantwortung wahr und sorgt für bunte und lebendige Nachbarschaften. Herausragende soziale Projekte von Wohnungsunternehmen gemeinsam mit vielen Partnern vor Ort stellt der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft regelmäßig im Rahmen seines großen bundesweiten Integrationspreises sowie des renommierten Preis Soziale Stadt ins Rampenlicht. Damit wird den vielen sehr aktiven Initiativen, die im Quartiersalltag auch schnell mal übersehen werden, besondere Aufmerksamkeit und Anerkennung verliehen.

Die vielen Nachbarschaftsprojekte von Wohnungsunternehmen gilt es angesichts der großen Herausforderungen von Zuwanderung und sozialem Zusammenhalt noch stärker zu fördern und weiter auszubauen. „Ohne das soziale Engagement in den Wohnquartieren geht in unserem Land nach und nach der gesellschaftliche Kitt verloren. Dann wird Deutschland – langfristig in jeder Hinsicht – ein armes Land“, so der GdW-Chef.

Der vtw Verband der Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V. unterstützt ausdrücklich den Standpunkt des GdW. Verbandsdirektor Frank Emrich unterstreicht: „Insbesondere die kommunalen Wohnungsunternehmen in Thüringen leisten einen enormen Beitrag bei der Integration von Flüchtlingen. Sie erfüllen dabei Aufgaben, die weit über ihren originären Versorgungsauftrag hinausgehen. Zudem arbeitet unser Verband intensiv im Landesintegrationsbeirat mit.“

Der vtw-Chef betont ebenso: „Toleranz und Vielfalt benötigen ein gesellschaftliches und politisches Klima der Offenheit. Das heißt auch hinhören, sich mit Sachverhalten beschäftigen und keine Pauschalurteile fällen – für alle Politik- und Lebensbereiche, für alle Akteure. Wir müssen verhindern, dass ein Riss durch unser Land geht.“

Im Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V. (vtw) haben sich 215 Mitgliedsunternehmen, darunter 172 Wohnungsunternehmen, zusammengeschlossen. Gemeinsam bewirtschaften sie 265.500 Wohnungen. Mit 250.400 Wohnungen handelt es sich dabei fast ausschließlich um eigenen Bestand der Unternehmen. Rund 15.100 Wohnungen werden für Dritte, teils in der Wohneigentumsverwaltung, betreut. Nahezu jeder zweite Mieter wohnt bei einem Mitgliedsunternehmen des vtw. Seit 1991 investierten vtw-Mitglieder mehr als zwölf Milliarden Euro überwiegend in den Wohnungsbestand. 2017 sicherten die vtw-Mitglieder mehr als 6.500 Arbeitsplätze.

 

vtw zum Wohngipfel: Thüringen hat andere Probleme als Berlin und München – aber genauso große

Erfurt. Der vtw Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V. begrüßt das Zustandekommen und die Ergebnisse des Wohngipfels. Verbandsdirektor Emrich betont jedoch: „Es gibt Themen, die überall in Deutschland Wohnen teuer machen: rasant steigende Baukosten, zweifelhafte Vorschriften, langsame Verwaltungen – hier begrüßen wir die Ansätze aus dem Wohngipfel. Die ostdeutschen Länder und insbesondere Thüringen haben jedoch andere Probleme als deutsche Metropolen und Zuwanderungsregionen. Dies muss eine engagierte Wohnungspolitik berücksichtigen.“

So werden bundesweit zwar 1,5 Mio. neue Wohnungen benötigt, in Thüringen können die wenigen Zuwanderungsoasen Erfurt und Jena jedoch bedarfsgerechte Fertigstellungen und in Planung befindliche Wohnungen vorweisen. Auch der Bau von Sozialwohnungen ist bei dem immer noch niedrigen Mietniveau nur in relativ geringem Umfang nötig. Frank Emrich führt aus: „Unser Thema sind vor allem die Wohnungen, die schon da sind. Allein die vtw-Mitglieder bewirtschaften 270.000 von 600.000 Thüringer Wohnungen. Sie alle werden älter und benötigen Investitionen für Modernisierung und familien- oder altersgerechten Umbau. Wir müssen sicherstellen, dass bereitgestellte Mittel und steuerliche Erleichterungen auch in die Bestände fließen können. Geht der Impuls nur in den Neubau, ist Thüringen nicht wirklich geholfen. Voll und ganz unterstützen wir die Stärkung des ländlichen Raumes. Thüringen ist ländlich geprägt. Ein attraktiver ländlicher Raum entlastet auch die Thüringer Städte.“

Verbandsdirektor Emrich fordert deshalb: „Hier muss schleunigst eine Kehrtwende in eine Angebotspolitik gelingen. Arbeitsplätze und Infrastrukturen (Wohnen, ÖPNV/Verkehr, Medizin, Bildung, Versorgung) müssen proaktiv ausgebaut, Akteure vor Ort unterstützt werden. Dort hilft das Bekenntnis zur Fortführung der Städtebauförderung.“

Frank Emrich verweist auf die Verflechtung von Stadt und Land: „Es muss in Thüringen sichergestellt werden, dass die Fördergelder vor allem im ländlichen Raum ankommen. Nur die Stärkung dieser Regionen verhindert mittelfristig Wohnungsprobleme in Thüringens Städten und ein Kollabieren des ländlichen Raumes. Hier geht es nicht nur um Wohnraum, sondern auch um soziale Gerechtigkeit und politische Stabilität. Eine zu starke Förderung der großen Städte zieht noch mehr Leute aus dem ländlichen Raum ab und verschärft paradoxer Weise die Situation in den Städten und auf dem Land.“

Im Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V. (vtw) haben sich 215 Mitgliedsunternehmen, darunter 172 Wohnungsunternehmen, zusammengeschlossen. Gemeinsam bewirtschaften sie 265.500 Wohnungen. Mit 250.400 Wohnungen handelt es sich dabei fast ausschließlich um eigenen Bestand der Unternehmen. Rund 15.100 Wohnungen werden für Dritte, teils in der Wohneigentumsverwaltung, betreut. Nahezu jeder zweite Mieter wohnt bei einem Mitgliedsunternehmen des vtw. Seit 1991 investierten vtw-Mitglieder mehr als zwölf Milliarden Euro überwiegend in den Wohnungsbestand. 2017 sicherten die vtw-Mitglieder mehr als 6.500 Arbeitsplätze.